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Joel Dahm

Joel Dahm liegt auf seinem Bett.* Geboren am 17. Juli 2003
* Lebertransplantation am
20. November 2003

Joel Dahm lebt mit seinen Eltern und fünf Geschwistern in Mülheim an der Ruhr.

"Brauchst gar nicht so zu gucken, ich hab’ ne neue Leber!" 

Joel weiß Bescheid über seinen Körper, obwohl er erst sieben Jahre alt ist. Er kennt es nicht anders – sein ganzes Kinderleben lang muss er bereits starke Medikamente nehmen, damit sein Körper die fremde Leber nicht abstößt. Ganze zehn Zentimeter lang war die Teil-Leberspende, die die Ärzte ihm im Säuglingsalter von vier Monaten eingepflanzt haben.

Joel Dahm hüpft vergnügt auf dem Bett. Dennoch: Dem fröhlichen, aufgeweckten Jungen merkt man seine lange Krankengeschichte nicht an. Joel ist neugierig, hat Spaß am Fahrradfahren und hängt vor allem an seiner üppigen Autosammlung. Sein großes Vorbild ist Michael Schumacher, der berühmte deutsche Formel-Eins-Weltmeister. Auch Fußballspielen zählt zu den Hobbys des Erstklässlers, er freut sich schon darauf, bald in einem richtigen Verein zu spielen. Seine Eltern Petra und Ralf sowie die fünf älteren Geschwister Saskia, Dominik, Jaqueline, Angelique und Pascal lieben ihr 7-jähriges Nesthäkchen, das ihnen zunächst so viele Sorgen bereitet hat.

Schreckliche Diagnose

Schon der erste Schritt ins Leben ist für ihn nicht so einfach: Geboren als Frühchen, muss Joel lange im Krankenhaus bleiben, bis er schließlich mit fünf Wochen nach Hause darf. Doch die Freude währt nur einen Tag. Während andere Kinder beim Autofahren einschlafen, schreit er ununterbrochen und hat einen ungewöhnlich dicken Bauch. Seine Eltern machen sich große Sorgen und bringen ihn gleich zum Kinderarzt. Von dort geht es direkt ins Krankenhaus – bei einer rasch eingeleiteten Operation wird die schreckliche Diagnose gestellt: Leberzirrhose!

Nicht nur Eltern, Großeltern und Geschwister sind geschockt – auch die Ärzte sind zunächst überfordert und suchen fieberhaft nach einer Lösung. "Solch eine Diagnose ist bei einem Säugling völlig ungewöhnlich", berichtet Joels Mutter.

Hilfe in Hamburg

Joel Dahm blickt nachdenklich in die Kamera. Innerhalb von wenigen Tagen wird klar, dass Joel in das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf verlegt und auf eine Lebertransplantation warten muss. Dort praktiziert Prof. Martin Burdelski, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, der sich die schwierige Operation an dem Säugling zutraut.

Joel wird stabilisiert. Doch sein Leben hängt an einem seidenen Faden, wenn nicht bald das rettende Organ gefunden wird. Da sich sein Zustand zunehmend verschlechtert, ist er auf der Warteliste von Eurotransplant für Organe auf dem ersten Platz. Nach einigen bangen Wochen und einem Fehlalarm ist endlich eine passende Spenderleber gefunden. Die Operation verläuft gut. Mit jedem Tag, der vergeht, erholt sich Joel. Die mitgereisten Geschwister, die vorübergehend in Hamburg zur Joel Dahm packt seinen Rucksack für die Schule. Schule gehen, freuen sich darauf, den kleinen Bruder endlich aus dem Klinikum abzuholen. Und nach gut vier Wochen kehrt er mit der ganzen Familie von Hamburg in seine Heimatstadt Mülheim zurück. Im Universitätsklinikum Essen wird er in den nächsten Wochen weiter versorgt.

Bis heute betreut Prof. Burdelski, mittlerweile im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Kiel tätig, seinen kleinen Schützling samt Familie. Joel muss nur noch ein Mal im Jahr nach Kiel – obwohl er gerne dort ist, den Arzt und die Schwestern sehr mag.

Endlich: Eine normale Kindheit kann beginnen!

Joel hat nach all dieser Aufregung reichlich Nachholbedarf und startet richtig durch: Er trinkt seine Fläschchen, krabbelt schon bald durch die Wohnung, lernt laufen, brabbelt seine ersten Worte und lässt sich von der ganzen Familie verwöhnen. Wie alle Dreijährigen besucht er den Kindergarten und nach einem Wechsel in eine integrative Einrichtung fühlen er und seine Eltern sich geborgen und verstanden. Er erhält logopädische Förderung und besucht inzwischen die erste Klasse einer integrativen Grundschule. Die Lehrer helfen ihm, seinen leichten Entwicklungsrückstand abzubauen. "Während andere Säuglinge die Welt mit Händen und Mund erkunden, musste Joel seine ersten Lebensmonate in den Kliniken abgeschirmt im Bettchen hinter Glas verbringen. Kein Wunder, dass er viel aufholen muss", sagt Petra Dahm.

Familien profitieren von Joels Schicksal

Joel Dahm im Kreis seiner Familie zusammen mit seinem Bruder und den Eltern. Die Erlebnisse mit ihrem jüngsten Kind haben die Mutter von Joel wachgerüttelt: Seit fünf Jahren betreut Petra Dahm im Verein Lebertransplantierte Deutschland Familien mit leberkranken oder lebertransplantierten Kleinkindern. Sie macht ihnen Mut, auch wenn die Verzweiflung häufig groß ist. Dank ihrer Erfahrungen lernen andere Familien mit Schwierigkeiten und Unsicherheit richtig umzugehen.

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