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Marita Donauer

Marita Donauer* stimmte der Organspende durch den Bruder im März 2006 zu

Marita Donauer lebt mit ihrem Mann in Kindsbach am Rande des Pfälzer Waldes.

 

 

Marita Donauer ist ORGANPATIN, weil sie sich bewusst dafür entschieden hat.

In einer emotional belasteten Situation fällt es besonders schwer, eine Entscheidung von großer Tragweite zu treffen. Doch das Leben verläuft nicht immer nur in geordneten Bahnen. Marita Donauer erlebt im März 2006, wie schnell die Stimmung von einem auf den anderen Moment umschlagen kann: Gerade noch hat sie einen unbeschwerten Urlaubstag verbracht und muss kurz darauf nicht nur einen Schicksalsschlag hinnehmen, sondern auch trotz größter Anspannung klaren Kopf bewahren.

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Marita Donauer: „Mein Mann und ich waren in Rom auf Kurzurlaub...“


Abruptes Urlaubsende

Es soll ein schöner Kurzurlaub werden, den Marita Donauer und ihr Mann in der italienischen Hauptstadt verbringen möchten. Ein Anruf mitten in der Nacht verbunden mit der Nachricht, dass der Bruder zu Hause in äußerst kritischem Zustand im Krankenhaus liegt, trifft sie aus heiterem Himmel. Die Flüge werden eilig umgebucht und bereits am nächsten Morgen geht es von Rom zurück nach Hause.

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Marita Donauer: „Wir haben dann in der gleichen Nacht noch beschlossen, nach Hause zu fliegen...“

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Frau Donauer:

"Wir haben dann in der gleichen Nacht noch beschlossen, nach Hause zu fliegen und uns dann in Kaiserslautern, wo mein Bruder untergebracht im Krankenhaus war, uns dort gleich zu melden. Das haben wir auch so gemacht, wir sind nach Hause geflogen und konnten am nächsten Tag gleich auf der Intensivstation im Klinikum Kaiserslautern mit dem Diensthabenden und zuständigen Oberarzt reden. Er hat uns über die Situation aufgeklärt auf sehr angenehme Weise, er hat nichts beschönigt, aber er war sehr mitfühlend und zu jeder Information bereit. Wir durften ihn alles fragen, er hat auf alles eine Antwort gehabt."


„Mein erster Gedanke war, mein Bruder hat einen Herzinfarkt erlitten, weil er so viel geraucht hat“, erinnert sich Marita Donauer. Doch als ihr die Lebensgefährtin des Bruders im Laufe des Telefonats mitteilt, dass er eine Gehirnblutung erlitten hat, ist ihr schnell bewusst, dass die Lage noch ernster ist. Am folgenden Tag ist Marita Donauer in der Klinik in Kaiserslautern.

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Marita Donauer: „Am gleichen Tag wurden wir bereits mit dem Ausdruck ‚Hirntod‛ konfrontiert...“

Audiotranskription:

Frau Donauer:

"Am gleichen Tag wurden wir bereits mit dem Ausdruck „Hirntod“ konfrontiert, aber allerdings in dem Zusammenhang, dass man uns gesagt hat, man wird eine Hirntoddiagnostik innerhalb der nächsten 48 Stunden, sollte sich keine Besserung einstellen, durchführen. Wir hatten vor vielen Jahren in der Familie schon mal einen ähnlichen Fall, da wurde ich als kleines Kind schon mit dem Ausdruck Hirntod konfrontiert und wusste, dass da unweigerlich der Tod folgt. Ich habe in dem Moment auch gedacht, wenn man ihn hätte retten können, das hat uns der Arzt in dem Gespräch gleich gesagt, dann mit schwersten Folgen, und das hätte mein Bruder nicht gewollt."

Marita Donauer
Während des ersten Gesprächs mit dem behandelnden Oberarzt wird deutlich, dass die Hoffnung auf eine Genesung gering ist. Die Mediziner teilen ihr mit, dass der Bruder ein Gehirnaneurysma erlitten hat. Sofern sich keine sofortige Besserung einstelle, wolle man in Kürze eine Hirntoddiagnostik einleiten.


Zeit um nachzudenken

Die Ärzte sind einfühlsam und offen. Sie ermutigen Marita Donauer mehrmals, alle ihre Fragen zu stellen. Sie informieren die Angehörigen über jeden einzelnen Schritt, gewähren jederzeit Zutritt auf die Intensivstation und lassen keinen Zweifel aufkommen, dass sie trotz der nahezu ausweglosen Situation alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um das Leben des Patienten zu retten.

Dass bald auch die Frage nach einer Organspende im Raum stehen könnte, ahnt sie in diesem Moment noch nicht. Doch die Befürchtung, den einzigen Bruder zu verlieren, bestätigt sich. Der Hirntod wird festgestellt und der Bruder stirbt mit 46 Jahren.

„Ich war zunächst überrascht, als mir die Frage nach einer Organspende gestellt wurde“, blickt Marita Donauer zurück. Das Thema Organspende war ihr glücklicherweise nicht fremd. Die damals 43-Jährige hatte sich bereits selber Gedanken gemacht und eine Meinung gebildet. Ihre Haltung hatte sie im Gespräch mit ihrem Mann erörtert. Somit war geklärt, dass sie selber eine positive Einstellung zur Organspende einnimmt.

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Marita Donauer: „Zum Zeitpunkt der Erkrankung meines Bruders war mein Bruder gerade geschieden...“

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Frau Donauer redet:

"Zum Zeitpunkt der Erkrankung meines Bruders war mein Bruder gerade geschieden, er hatte zwei minderjährige Kinder, eine Lebensgefährtin, und unsere Mutter war schwerst pflegebedürftig. Und dann war ich diejenige, die dann die Entscheidung treffen musste. Leider wusste ich nicht, wie mein Bruder zum Thema Organspende stand. Wir haben darüber nie geredet, aber er war ein sehr empathischer Mensch, altruistisch, empathisch, und da war für mich die logische Konsequenz, dass er wohl auch für Organspende gewesen war. Wenn er es nicht war, weiß ich aber für mich, dass er verstehen würde, dass ich nicht anders handeln konnte."


Im Sinne des Bruders

„Mit meinem Mann hatte ich zwar schon vorher über das Thema Organspende gesprochen, allerdings nicht mit meinem Bruder“, sagt Marita Donauer. „Daher wusste ich nicht, wie mein Bruder sich entschieden hätte. Er hatte keinen Organspendeausweis ausgefüllt.“ Sie muss somit eine Entscheidung für jemanden treffen, der seine Entscheidung bislang immer selbstständig und alleine getroffen hat.

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Marita Donauer: „Im Nachhinein denk ich, es war so eine Art Schocksituation...“

Audiotranskription:

Frau Donauer redet:

"Im Nachhinein denk ich es war so eine Art Schocksituation, man hat irgendwie funktioniert. Und ich habe die Frage nach Organspende damals fast aufgefasst als irgendwie ein Start in einen Aktionismus, man konnte nämlich was tun, irgendwas Sinnvolles in einer scheinbar sinnlosen Situation. Und dann tätig werden zu können, das war fast wie so ein Rettungsanker für einen selbst."


Die familiäre Konstellation führt dazu, dass sie die alleinige Verantwortung trägt: Der Bruder ist kurz zuvor geschieden worden, mit seiner Lebensgefährtin lebt er ohne Trauschein zusammen, die Mutter scheidet aufgrund einer Alzheimererkrankung als Ansprechpartnerin aus und seine beiden Kinder sind zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig. Da es außer ihr keine weiteren Geschwister gibt, muss Marita Donauer die Entscheidung alleine treffen.

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Marita Donauer: „Allerdings vor unserer Rückkehr aus Rom wurde meine Schwägerin, also die Lebensgefährtin meines Bruders, schon danach gefragt...“

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Frau Donauer redet:

"Allerdings vor unserer Rückkehr aus Rom wurde meine Schwägerin, also die Lebensgefährtin meines Bruders, schon danach gefragt in einer Situation, in der man eigentlich die Frage nicht stellen sollte. Und zwar in der Akut-Situation, und das hat sich im Nachhinein rausgestellt, war halt nicht so geschickt. Aber ich muss sagen, man hat das in Kaiserslautern im Klinikum dann doch noch mal ganz gut kompensiert und hat die Situation gerettet, indem man uns gesagt hat, das war zur falschen Stelle die falsche Frage. Aber wir hatten genügend Zeit, man hat uns zu nichts gedrängt, man hat uns immer die nächsten Schritte erklärt, was zu tun ist und wann dann eine Entscheidung in etwa von uns zu erwarten wäre. Wir durften zu allen Tages- und Nachtzeiten da anrufen, wir durften jeden Tag auf die Intensivstation, man hat uns geradezu animiert zu fragen, immer nachzufragen, wenn man gerne weitergehende Informationen hätte. Man hat uns sogar in einem säkularen Krankenhaus angeboten, den Seelsorgedienst zu kontaktieren, um eine Andacht zu halten, alles solche Dinge, die einem doch sehr viel Trost gespendet haben. Wir haben uns sehr gut aufgehoben gefühlt."

Marita Donauer
Zum Glück pflegen Bruder und Schwester eine intensive Beziehung zueinander. „Wir haben oft miteinander diskutiert und konnten uns gut streiten, aber letztlich haben wir zusammengehalten wie Pech und Schwefel“, beschreibt sie das enge Verhältnis. Beide wissen somit sehr genau, wie der andere tickt. „Mein Bruder war empathisch und hat geholfen, wenn er gebraucht wurde. Deshalb ist es mir letztlich nicht schwer gefallen, die Frage der Ärzte nach einer Organspende zu bejahen.“

Keine einsame Entscheidung

Auch wenn Marita Donauer die Entscheidung, die Organe ihres Bruders für eine Entnahme zur Verfügung zu stellen, alleine trifft, gibt es in dieser kurzen Phase Menschen, denen sie sich anvertraut. Der Ehemann rät sofort dazu, sich mit der Entscheidung nicht lange zu plagen. Die Situation sei schließlich schwer genug. Dadurch fühlt sie sich in ihrer grundsätzlichen Meinung bestärkt.

„Mir war es zudem wichtig, seine Lebensgefährtin und die Mutter seiner beiden Kinder einzubeziehen“, erklärt sie. „Ich wollte unbedingt, dass meine frühere Schwägerin die Entscheidung mitträgt. Denn es würde wahrscheinlich später ihre Aufgabe sein, unsere Haltung den Kindern zu erklären.“ Die frühere Ehefrau des Bruders ist Krankenschwester. Sie weiß deshalb genau, worüber geredet wird und bestärkt Marita Donauer in ihrer Haltung.

Die Ärzte in der Klinik drängen Marita Donauer zu keiner Entscheidung, so dass sie das Gefühl hat, ausreichend Zeit zu haben, um abzuwägen und mit sich ins Reine zu kommen. All das trägt dazu bei, dass sie keine Zweifel hat, sich klar und ohne Gewissensbisse entscheiden kann. Nach Feststellung des Hirntodes stimmt sie einer Organspende zu.

„Wir hatten das Bedürfnis, uns nach der Organspende von meinem Bruder zu verabschieden“, denkt Marita Donauer an die schwere Zeit  zurück. „Das wurde uns auch ermöglicht. Nachdem er von der Intensivstation zurückkam, gab es die Gelegenheit, uns in einem separaten Raum von ihm zu verabschieden.“

Etwas Sinnvolles in scheinbar sinnloser Situation

„Ich habe meine Zustimmung damals als Rettungsanker empfunden. Es hat mich getröstet und mir das Gefühl gegeben, in einer scheinbar sinnlosen Situation noch etwas Sinnvolles tun zu können“, sagt Marita Donauer. Obwohl ihr die Schwere der Entscheidung und die damit verbundene Verantwortung bewusst sind, zweifelt sie nicht. Im Gegenteil: „Ich konnte sehr schnell klar sehen und bin mir auch heute noch sicher, dass ich im Sinne meines Bruders gehandelt habe. Selbst wenn er gegen Organspende gewesen wäre, so hätte er mir doch verziehen. Daher hatte und habe ich auch bis heute kein Problem, mit meiner Entscheidung weiterzuleben.“

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Marita Donauer: „Die Nachbetreuung hat eigentlich schon direkt nach der Organentnahme stattgefunden...“

Audiotranskription:

Frau Donauer redet:

"Die Nachbetreuung hat eigentlich schon direkt nach der Organentnahme stattgefunden, wir durften uns nämlich von meinem Bruder verabschieden. Man hat ihn nach der Organentnahme zurückgeholt auf die Intensivstation und dort aufgebahrt, und dort hat uns dann der zuständige Oberarzt, der uns die ganze Zeit begleitet hatte, und dann zu dem Zeitpunkt auch eine Koordinatorin der DSO in Empfang genommen. Sie haben uns bei der Abschiednahme begleitet, und man hat uns Broschüren in die Hand gedrückt, man hat gesagt, bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen haben, wenn Informationsbedarf besteht. Und eine Nachbetreuung hat auch insofern stattgefunden, dass wir einige Monate, es waren glaube ich zwei oder drei Monate, nach der Organentnahme von der DSO kontaktiert worden sind mit der Information darüber, was mit den Organen passiert ist. Und zudem fand ein Jahr nach der Organentnahme ein Angehörigentreffen statt, dort konnte man sich mit anderen Betroffenen austauschen, hat auch Organempfänger kennengelernt, eine gute Sache, und ist von der DSO hier bei uns der Region sehr gut organisiert."


In einem Brief teilt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) der Schwester des Verstorbenen zwei Monate später mit, dass die Organspende erfolgreich war und durch die anschließende Transplantation insgesamt sieben Menschen geholfen werden konnte. Die Mitteilung bestätigt Marita Donauer nochmals darin, richtig gehandelt zu haben. Ende 2007 erhält sie zudem den Dankbrief eines anonymen Lungenpatienten. Ein Jahr nach der Organentnahme nimmt sie an einem von der DSO organisierten Angehörigentreffen teil, zu dem sowohl Familienmitglieder von Organspendern als auch Organempfänger zusammenkommen und sich intensiv austauschen.

Ehrenamtliche Mitarbeit für die Organspende

Marita DonauerFür Marita Donauer war diese Erfahrung auch eine Initialzündung, sich für die Organspende zu engagieren. Mittlerweile setzt sie sich ehrenamtlich als beratendes Mitglied in der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer in Berlin ein und ist Ansprechpartnerin für die Angehörigen in der DSO-Region Mitte. Der Bundesärztekammer ist daran gelegen, Betroffene mit ins Boot zu nehmen. Dazu gehören sowohl Organempfänger als auch Angehörige.

Das Schicksal hat Marita Donauer leider auch wieder privat mit dem Thema Organspende konfrontiert. Ihre Cousine ist so schwer lungenkrank, dass sie auf eine Spenderlunge angewiesen ist. Marita Donauer versteht sich sehr gut mit ihrer Cousine. Sie unterstützt sie so gut es geht und hofft, ihr aufgrund der eigenen Geschichte sowie der Erfahrung aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit eine gute Ratgeberin und eine wichtige Stütze zu sein.

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Marita Donauer: „Ich würde es jederzeit wieder so machen. Wenn ich heute überlege, oder mit der Kenntnis die ich heute habe...“

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Frau Donauer redet:

"Ich würde es jederzeit wieder so machen. Wenn ich heute überlege, oder mit der Kenntnis, die ich heute habe, und ich kenne auch inzwischen sehr viele Leute, die Organempfänger sind, die dankbar weiterleben dürfen, würde ich auf jeden Fall die gleiche Entscheidung wieder treffen. Letztendlich hat mich das Ganze bereichert, dahingehend auch, dass ich mich ehrenamtlich für Organspende einsetze, und das erfüllt mich mit Freude und ist einfach eine sinnvolle Sache. Gerade im Moment, wo diese Organknappheit besteht. Und man sollte sich vielleicht auch mal dahingehend Gedanken machen, dass die Wahrscheinlichkeit, selbst zu einem Organempfänger zu werden, sehr viel größer ist als die Wahrscheinlichkeit, zum Spender zu werden. Und wer nehmen würde, sollte auch geben."


Videoporträt Marita Donauer

Videotranskription:

[Man sieht, wie Marita Donauer durch ein Stück Wald läuft. Sie beginnt ihre Geschichte zu erzählen. Zwischendurch sieht man, wie sie in ihrem Wohnzimmer sitzt und sich das Foto ihres Bruders anschaut. Man sieht wie sie auf einem Markt ist und Lebensmittel kauft. Am Ende geht sie auf den Friedhof und besucht ihren Bruder.]

Marita Donauer (Angehörige):

Mein Name ist Marita Donauer, ich bin 48 Jahre alt und ich musste vor gut fünf Jahren die Entscheidung treffen, nach dem plötzlichen Tod meines Bruders, ob wir denn seine Organe zur Spende freigeben. Ich war zur Zeit des Vorfalls in Rom, auf einer kurzen Urlaubsreise  und bin da mitten in der Nacht von der Lebensgefährtin meines Bruders angerufen worden. Also es traf uns wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Mein Bruder war zum Zeitpunkt seines Todes 46 Jahre alt und das Ganze kam sehr plötzlich für uns. Er hatte eine Gehirnblutung, infolgedessen trat der Hirntod ein und er ist dann verstorben. Die Lebensgefährtin meines Bruders wurde bereits in der Akutsituation damit konfrontiert und hat uns dann auch darüber informiert, dass es jetzt diese klassische Situation ist, in der man nach Organspende auch gefragt werden kann. Und von daher waren wir schon etwas vorbereitet, bis wir dann ins Krankenhaus kamen und auch uns dann die Frage gestellt wurde. Ich musste aufgrund der familiären Konstellation entscheiden. Mein Bruder war zum Zeitpunkt seines Todes geschieden und seine beiden Kinder minderjährig. Unsere Mutter ist Alzheimer-erkrankt, dass heißt schwerst hilfebedürftig, also blieb letzendlich nur ich übrig.
Also mit meinem Bruder hatte ich mich über das Thema Organspende nie ausgetauscht. Er hatte keinen Ausweis und von daher war es schon sehr schwierig, an seiner Stelle eine Entscheidung zu treffen. Es ging weniger um das Thema Organspende, sondern mehr die Tatsache für jemanden entscheiden zu müssen, der bis dato seine Entscheidungen selbst getroffen hat. Die Entscheidung Pro Organspende ist uns nicht schwer gefallen, weil es gibt für uns in einer scheinbar sinnlosen Situation etwas tröstliches und sinnvolles was man tun kann.  Wir wurden auch in der Richtigkeit unser Entscheidung bestärkt,  als plötzlich, zwei Monate nach dem Ableben meines Bruders, ein Brief der DSO, der deutschen Stiftung Organtransplantation, kam. Und aus dem Brief ging dann hervor, dass man sieben Menschen helfen konnte. Und das hat natürlich für uns auch noch mal die Richtigkeit der Entscheidung unterstrichen.  Und dann habe ich den Brief genommen, bin zum Friedhof gefahren, hab mich auf die Grabeinfassung gesetzt und habe meinem Bruder gesagt, so ich habe heute zwei Nachrichten für dich: Eine gute, eine schlechte. Zuerst die schlechte, der FC K ist abgestiegen, ich bin froh, dass du das nicht mit erleben musstest. Und jetzt die gute Nachricht: Wir haben einen Brief des Lungenempfängers bekommen, den lese ich dir jetzt vor. Ich bin nach vielen Jahren immer noch davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war, die wir getroffen haben. Und ich glaube auch ganz fest daran, dass sie im Sinne meines Bruders war. Ich kann nur immer wieder dafür plädieren, Entscheidungen, die einem wichtig sind, zu Lebzeiten zu dokumentieren, bzw. mit der Familie zu besprechen. Und im konkreten Fall natürlich einen Organspendeausweis auszufüllen. Das heißt, zu dokumentieren, was man haben möchte, im Falle des Todes. Man kann ja auch ankreuzen, dass man gegen Organspende ist, oder Einschränkungen machen. Hauptsache, es ist überhaupt was dokumentiert.

 

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